Eine gute Auswahl beginnt mit überprüfbaren Fragen
Eine Liste mit „den fünf besten Agenturen" ist nur dann hilfreich, wenn Kriterien, Datenbasis und mögliche Interessenkonflikte offenliegen. Diese Seite ist keine neutrale Rangliste: Sie wird von der GEO Agentur Hamburg veröffentlicht. Deshalb nennen wir die Prüfkriterien, an denen auch wir gemessen werden sollten.
Der Markt ist jung, die Begriffe sind unscharf, und ein Teil der Anbieter hat das eigene Leistungsversprechen erst vor Kurzem umbenannt. Das ist kein Vorwurf — aber es macht die Auswahl schwerer, weil sich Erfahrung nicht am Vokabular ablesen lässt. Die folgenden sieben Fragen trennen belegbare Arbeit von gut klingender Selbstbeschreibung.
1. Wird das Ergebnis vorab definiert?
Fragen Sie nach konkreten Deliverables: Audit, URL-Mapping, Content-Briefings, technische Spezifikation, Promptset, Messprotokoll und Maßnahmen-Backlog. „Mehr AI-Sichtbarkeit" allein ist kein belastbarer Leistungsumfang.
Ein gutes Gegenzeichen: Der Anbieter kann vor Vertragsschluss beschreiben, welches Dokument am Ende auf dem Tisch liegt, wie viele Seiten es ungefähr umfasst und welche Entscheidungen es Ihnen ermöglicht.
2. Sind Tests reproduzierbar?
Eine Messung sollte Prompt, Sprache, Standort, Konto-/Personalisierungszustand, Modell oder Oberfläche und Zeitpunkt dokumentieren. Einzelne Screenshots ohne Testdesign reichen nicht.
Prüffrage: „Könnte ein Dritter Ihre Messung mit Ihrer Dokumentation wiederholen?" Wenn die Antwort nein lautet, ist es keine Messung, sondern eine Beobachtung. Wie ein reproduzierbares Setup aussieht, steht unter GEO-Messung.
3. Gibt es reale Verantwortliche?
Prüfen Sie namentliche Experten, berufliche Profile, veröffentlichte Methodiken und tatsächliche Ansprechpartner. Bei uns verantwortet Tobias Sander Strategie und Review.
Ein häufiges Muster im Vertrieb: Im Pitch sitzt ein erfahrener Kopf, im Projekt arbeitet jemand anderes. Lassen Sie sich die tatsächliche Besetzung schriftlich bestätigen, inklusive der Frage, wie viele Stunden diese Person selbst beiträgt.
4. Wird SEO als Basis ernst genommen?
Wer GEO ohne Indexierung, interne Verlinkung, Page Experience, Informationsarchitektur und externe Autorität verkauft, lässt wichtige Ursachen aus.
Die Abgrenzung beider Disziplinen ist unter GEO vs. SEO beschrieben. Ein Anbieter, der behauptet, GEO ersetze SEO, hat entweder ein Verkaufsinteresse oder eine Wissenslücke — beides sollte Sie vorsichtig machen.
5. Sind Aussagen und Cases überprüfbar?
Fragen Sie nach Ausgangslage, Zeitraum, Stichprobe, Datenquelle und Messmethode. Prozentwerte ohne Baseline sind kein Case.
Besonders kritisch sind Aussagen der Form „Sichtbarkeit vervielfacht". Ohne Ausgangswert kann dahinter der Sprung von einer auf vier Nennungen bei zehn Testfragen stehen — also Rauschen. Seriöse Anbieter nennen absolute Zahlen neben den relativen und geben die Stichprobengröße an.
6. Passen Datenschutz und Toolstack?
Lassen Sie sich erklären, welche Prompts, Domains oder Kundendaten an welche Anbieter übertragen werden. Auftragsverarbeitung, Drittlandbezug und Löschfristen gehören vor Projektstart auf den Tisch.
Das ist kein Formalismus: Beim Testen generativer Systeme werden regelmäßig Inhalte an Dritte übermittelt. Wer darauf keine klare Antwort hat, hat den eigenen Prozess nicht durchdacht.
7. Wird auch gesagt, was nicht geht?
Der aussagekräftigste Teil eines Angebots ist oft der Ausschluss. Nennt der Anbieter Fälle, in denen sich die Zusammenarbeit nicht lohnt? Benennt er die Grenzen der Methode? Sagt er, wann eine andere Maßnahme wirksamer wäre?
Wer auf jede Situation dieselbe Antwort hat, verkauft ein Produkt und diagnostiziert kein Problem.
Warnzeichen
- Rankinggarantien für KI-Antworten. Generative Ausgaben sind dynamisch; niemand kann eine Nennung zusichern.
- Feste Preise ohne Sichtung. Wer den Aufwand kennt, bevor er die Website gesehen hat, hat entweder ein Standardpaket oder keinen Plan. Ein bewusst begrenzter Festpreis-Audit ist etwas anderes: Dort ist der Umfang definiert, nicht das Ergebnis.
- Ausschließlich Tool-Output. Automatisierte Reports sind ein Ausgangspunkt, keine Analyse. Entscheidend ist die Priorisierung.
- Skalierte Seitenproduktion als Kernstrategie. Hunderte ähnliche Seiten sind ein bekanntes Risiko, kein Erfolgsrezept.
- Kein Widerspruch. Ein Anbieter, der allem zustimmt, was Sie vorschlagen, bringt keine eigene Fachmeinung ein.
Wie Sie die Antworten vergleichbar machen
Stellen Sie allen Anbietern dieselben Fragen schriftlich und werten Sie die Antworten in derselben Struktur aus. Praktisch bewährt hat sich eine Tabelle mit fünf Spalten: Deliverables, Messmethodik, tatsächliche Besetzung, Datenschutz, ausdrückliche Ausschlüsse.
Nehmen Sie zusätzlich eine echte Fachfrage aus Ihrem Geschäft in das Gespräch mit. Nicht, um sie beantwortet zu bekommen, sondern um zu sehen, welche Rückfragen gestellt werden. Anbieter mit Erfahrung fragen nach Zielgruppe, Entscheidungsprozess und vorhandenen Daten, bevor sie eine Maßnahme vorschlagen.
Agentur oder Freelancer?
Das hängt von Umfang und Verantwortlichkeiten ab. Der ausführliche Vergleich steht auf GEO-Freelancer vs. Agentur. Für einen einmaligen, klar begrenzten Befund kann der GEO Audit sinnvoller sein als sofort ein laufender Retainer.
Welche Arbeitsfelder eine Zusammenarbeit überhaupt umfassen kann, ist unter GEO-Leistungen beschrieben. Für Unternehmen mit erklärungsbedürftigem Angebot lohnt zusätzlich der Blick auf GEO für B2B und Mittelstand.